Kolumne
 Gaybodensee Kolumne

Hier greifen monatlich im Wechsel diejenigen zur Feder, die diese gleich ihrem Zungenschlag spitz einzusetzen wissen und schonungslos all das durchhecheln, was ihnen gerade auf der Leber brennt. Das Szenegeschehen wird zur Zielscheibe des Klatsch & Tratschs und oft ein gut gehütetes Geheimnis ganz beiläufig gelüftet. Kurzweil, Spannung und aufschlussreiche Erkenntnisse verspricht die Kolumne der Stars und Sternchen, die wir hier einzeln vorstellen.



Gaybodensee Transenparade

 

*** K O L U M N E  Februar 2020 ***



Neuanfang...



Olga Popova

Brexit-Day, 31. Januar 2020, Jubel bei den Brexiteers, EU-Zerstörungswut bei Nigel Farage, Tristesse bei den britischen EU-Reminders, Kampagnen für einen Wiedereintritt ab 2030 (?), schottische Forderungen nach einem Referendum, um das Vereinigte Königreich zu verlassen und der EU wieder beizutreten, ein etwaiges Referendum in Nordirland, eine Queen, die nichts zur Tagespolitik äußern darf, ein Commonwealth, das vom Exit von Prinz Harry und seiner Frau Meghan geschüttelt ist..., all das ist das heutige Großbritannien, welches ganz schnell zum Little-England werden könnte mit Anhängsel Wales.
Nun, bis meine Heimat, Usbekistan, Teil der EU werden könnte, müsste die Globalisierung bereits zum Weltbürgertum geführt haben. In etwa so, wie es Star Trek mit der Föderation der Planeten vorspielt. Man erkennt, die einen wollen sich verbinden, die anderen sind Anti-Globalisierer.
Für den Klimaschutz wäre Globalisierung sicher hilfreich, aber der Impeachment-geplagte US-Präsident Trump macht da nicht mit. Genau wie in Deutschland die AfD, die gerne den EU-Dexit hätte. Oder in Italien die Lega Nord, in den Niederlanden Geert Wilders oder auch die FPÖ in Österreich, die allerdings durch Straches Skandale schwer gebeutelt wurde. Die Schweizer machen ohnehin nicht mit, obgleich sie mit der EU als eidgenössisches Inselchen zwangsläufig wirtschaftlich eng verbunden sind. Und andere werfen vor, die EU stehe mit von der Leyen nun endgültig unter deutscher Vorherrschaft.
Was soll ich dazu noch sagen? Die kleine und große Welt ist zunehmend verworren.
So verquer wie die bevorstehende Fasnacht. Da gibt es auch Leute, die Traditionalisten sind. Erst stieg in Überlingen am See das Treffen des Viererbunds. Ein Zusammenschluss von vir Narrenzünften. Das Narrentreffen übertrug der SWR. Es war nicht fernsehtauglich, um es gelinde zu sagen. Vier Zünfte mit immer den selben Maskenfiguren über drei Stunden Übertragungszeit, Moderation, die selbst nur über Filmeinspieler zu überbrücken wusste, Langeweile pur, immer die selben Narrenmärsche, der gefühlt 100ste Federahannes aus Rottweil, gähnende Unterhaltung zum Abschalten. Und daghegen ein arrogant-überhebliches Verhalten des Viererbundes gegenüber anderen Narren. Auch hier Spaltung. Fasnacht war immer in Bewegung und in Veränderung, nie statisch und konserviert. Es ist schlicht nur langweilig wie das Anti-Globalisierungs-Klein-in-Klein der Abschottung, des "Wir machen unser Ding".
Meine Mitschwestern und ich sind für Buntheit und setzen dagegen. Das nächste Mal zur kommenden Fasnacht. Wir gehen auf die Straße und leben Vielfalt und Buntheit vor. Tut es uns gleich!

Euer strahlender Stern
Olga Popova


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