Kolumne
 Gaybodensee Kolumne

Hier greifen monatlich im Wechsel diejenigen zur Feder, die diese gleich ihrem Zungenschlag spitz einzusetzen wissen und schonungslos all das durchhecheln, was ihnen gerade auf der Leber brennt. Das Szenegeschehen wird zur Zielscheibe des Klatsch & Tratschs und oft ein gut gehütetes Geheimnis ganz beiläufig gelüftet. Kurzweil, Spannung und aufschlussreiche Erkenntnisse verspricht die Kolumne der Stars und Sternchen, die wir hier einzeln vorstellen.



Gaybodensee Transenparade

 

*** K O L U M N E  November 2018 ***



Divendämmerung...



Olga Popova

Machen wir uns nichts vor: Mit den Gesangskarrieren der alternden Damen ist es wohl nun wirklich vorbei. Und damit meine ich nicht Barbra Streisand, Madonna oder Milva, sondern die „Rosarot“-Sternchen von einst. Das sind Namen wie Olga Popova, Wally Geier oder Bang Bang LaDesh. Sind die Sterne verglüht? Da will ich mich gar nicht ausnehmen, trotz der Anfrage von Möbel Heinrichs im Strohgäu letzten Monat. Hätte mir da nicht so ein verlauster Bauchredner vorher noch “reingegrätscht“ und mir die Hundert Euro Gage weggeschnappt. Nur weil der 1974 mal im ZDF bei „Hut ab“ den zweiten Platz gemacht hat und mit dem „Trumpf“ noch immer und überall durchkommt. Bei so einem Quatsch hat Unsereins damals gar nicht erst mitgemacht. Ein Revival ist ja vorläufig auch nicht absehbar. Wenn es noch eines geben sollte, müsste man schon langsam auf die Uhr schauen. Die einzigen, die sich vielleicht mit Rollator noch auf die Bühne getraut hätten, ohne sich zu schämen, wären die Jacob Sisters gewesen. Aber die stolze Popova? Never! Und nicht jede von uns wird sich mit 108 Jahren noch so sicher auf den Beinen halten können wie Johannes Heesters. Vielleicht noch in einem nüchternen Moment. Aber wer wird den bis dahin noch haben? Der tägliche Verfall ist ja schon jetzt nicht mehr nüchtern zu ertragen.
Daher ist mir die geniale Idee gekommen! Einfach mal das Fach wechseln. Und zwar zur Standup Comedy. Wenn ein Popstar zum Eierlikörmaler und ein Gewichtheber zum Schlagersänger werden kann, dann kann auch eine Popova zum Comedian werden. Deswegen habe ich mal ein kleines Programm geschrieben und will Sie damit an Fasching auf die Bühne schicken. Und das geht so:
Guten Abend, liebe Beutelratten (leider geklaut)! Lasst euch nicht von meinem Outfit irritieren. Die Sonnenbrille trage ich, seit ich bei meinem Auftritt im Maracana Stadion in Rio 1986 ein kleines Desaster hatte. (Leichter Lacher geplant). Es war schon dunkel, aber das Flutlicht hatte mich so geblendet, dass ich fast blind performen musste. (Lacher). Ich bekam gar nicht mit, dass Julio Iglesias als Überraschungsgast auf die Bühne kam und mir die zweite Stimme zum Student aus Uppsala geben sollte. (Starker Lacher geplant!) Ich hielt ihn für einen besoffenen Zuschauer und stieß ihn von der Bühne. (Tosen und Ausrasten geplant, daher Pause und Mundwinkel hochziehen (so wie bei Bob Hope!). Den Pelz trage ich eigentlich immer, weil ich ,wie manche vielleicht noch nicht wissen, in Usbekistan auf dem Rübenfeld groß geworden bin. Da war es im Winter so kalt, dass das erste, was ich mir im Westen kaufte, dieser Iltispelz war. (Lacher) Das war wie eine zweite Entjungferung (Riesen Lacher geplant!). So tingelte ich dann von Hochzeitsveranstaltungen zu Betriebsfeiern oder Beerdigungen durchs Land. In einer Konditorei in Bad Münstereifel entdeckte ich, dass ich nicht die einzige Sängerin war, die dauerhaft eine Sonnenbrille trug [und Miss Understood, die Redaktion]. (Lacher geplant, aber mit deutlichen Verzögerungen, weil beim Publikum der Groschen meist erst spät fällt, wenn überhaupt!) So kam ich dann zum Schlager. (Restliche Spätzünder-Lacher geplant, aber wegen den Dummies keine weitere Pause machen!). Endlich wurde dann ein „Klasse-Laden“ namens „Schmitt's“ im Süden des Landes auf mich aufmerksam. Mit festem jährlichem Engagement stieg ich auf in den Schlagerhimmel (spöttisches Gelächter geplant!) und lernte dort meine Kolleginnen kennen, für die das „Schmitt's“ ebenfalls die Bretter bot, die ihre kleine Welt bedeuteten. (Lacher!) Nun bin ich wohl die Einzige, die den Absprung auf die Comedy-Bühne geschafft hat. Mit eurer Hilfe. Vielen Dank! (Luftiküsse, Verbeugung und Abgang. Tosender Applaus geplant!). So, jetzt gleich Frau Popova anrufen und ihr die frohe Botschaft mitteilen. Bis Fasching hat sie ja noch Zeit zum Üben. Sollte sie jedoch nicht wollen, muss ich eben auf Desirée Nick zurückgreifen. Noch so eine ausrangierte Diva. [Die Popova dementiert, ausrangiert zu sein, aber vielleicht ist MissU einfach mal wieder missverstanden, die Redaktion]...

Euere ewig missverstandene
Miss Understood


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