Kolumne
... Gaybodensee Kolumne

Hier greifen monatlich im Wechsel diejenigen zur Feder, die diese gleich ihrem Zungenschlag spitz einzusetzen wissen und schonungslos all das durchhecheln, was ihnen gerade auf der Leber brennt. Das Szenegeschehen wird zur Zielscheibe des Klatsch & Tratschs und oft ein gut gehütetes Geheimnis ganz beiläufig gelüftet. Kurzweil, Spannung und aufschlussreiche Erkenntnisse verspricht die Kolumne der Stars und Sternchen, die wir hier einzeln vorstellen.



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*** K O L U M N E  März 2017 ***



Wir kommen zurück...



Olga Popova

ich sitze in meiner bescheidenen Kemenate über den Dächern der Konstanzer Altstadt und sinniere bei einem Gläschen Wein darüber nach, dass ich doch zur diesjährigen Fasnachtssaison auf der Bühne zurück sein wollte. Doch daraus wurde nichts. Zum einen fehlte Rosarot, der rosa Fasnachtssitzung, noch immer eine geeignete Bühne und darüber hinaus hatte ich Plagegeister am Hals. Nein, keine Mäuse oder gar Läuse, nein, sondern vielmehr diese unsichtbaren Widerlinge, die in der Medizin mit Viren betitelt werden. Als das Trommeln und die Fasnachtsmusik durch die Gassen schallte, hätte ich diese Erkältungsviren am liebsten mit Fässern von Wein hinweg geschwemmt. Doch je mehr ich davon getrunken, ja in mich hinein geschüttet habe, desto übler wurde mir, so dass ich den Abend beinahe noch in Umarmung mit der Sanitärkeramik zugebracht hätte. Ich hatte auch diese Apothekensäfte und Tinkturen satt, die ich schon Tage zuvor als starke Geschütze in Stellung gebracht hatte. Also schunkelte ich am Küchentisch zu den Tonfetzen, die durch das geöffnete Dachfenster drangen.
Auch ohne Bühne, hätte ich meinem Publikum gerne hautnahe Aufwartung gemacht. Als Star und Sternchen muss man sichtbar und präsent bleiben. Doch auch das klappte nicht. Miss Understood hat die Gelegenheit nicht ausgelassen, ihre Fanschar zu vervielfachen und sich unters Volk zu mischen. Ja, Showbusiness ist ein hartes Geschäft, da muss man immer ran, wenn es geht. Sie hat sich unter die Leute gemischt und den Markt sondiert. Ich habe sie natürlich durch mein Management in Beobachtung nehmen lassen, damit sie nicht in meinem Revier fischt. Doch hatte sie Nina Courage zu ihrer Begleitung gebeten, die mit unserer MissU immer wieder in Hintertürchen, Kellern und Winkeln entschwand und sich so der Beobachtung entzog. Mein Management hatte sodann die Spur verloren. Ich nehme es meinem Management übel, dass es so dilettantisch agiert und dafür dann aber mein gutes Geld kassiert.
Wally Geier - wo war sie, fragt ihr? Nun Wally hat das alles nicht nötig. Der Andrang ihrer Fans ist derart groß, dass sie sich außerhalb von Bühnenshows lieber zurückzieht, um auch einmal wieder etwas Ruhe im Privaten zu finden. Und Hausmeisterin Bang Bang LaDesh hat ja immer nur zu reinigen, zu Fasnacht mit Luftschlangen, Konfetti und allem Straßenschmutz mehr denn je.
Nun sei es drum, das wahre Battle kommt, wenn sich der Vorhang zur nächsten Show hebt. Es wird sich in diesem Nest doch irgendwo eine neue Heimstätte für Rosarot finden lassen. Wir sind ja nicht in einem verlassenen Dorf hinter Bergen und Sümpfen zuhause, naja, Wally Geier vielleicht hinter den Tannen auf ihrer Alb.
Immerhin gibt es hier einen CSD und dieses Jahr wieder. Ich überlege, zu diesem Großevent zu meinem Publikum zurückzukehren. Mein neues Management - das alte habe ich gefeuert - sondiert bereits bei meinen Mitschwestern, ob sie sich anschließen möchten. Lasst Euch überraschen!
Ich brauche nur eine kühlende Lösung, um im Sommer nicht ohne mein Markenzeichen, denn dicken Iltis-Pelz, vor die Türe zu müssen und dann den ganzen Tag nach Iltis zu duften. Eine neue Vogelgrippe, äh, Federboa gibt es auch bereits, nachdem die alte nach harten Bühneneinsätzen nur noch ein Faden mit traurig herunter hängenden einzelnen Federresten war.
Seid gewiss, wir und auch ich, Frau Popova, kommen zurück. Ich bin nicht von Usbekistan nach Konstanz gekommen, um in der Bude zu versauern. Ich brauche meine Fans, meine Fans brauchen mich und so geht es Miss Understood, Wally Geier und unseren anderen Mitschwestern. So, jawohl, darauf einen Wein, einen frühlingshaften, spritzigen..., denn mit dem Frühling kommen Tatendrang und allerlei Ideen!



Euer strahlender Stern
Olga Popova


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